Musikvermittlung nach innen

In der letzten Zeit gab es viele Anfragen zum Thema ‚Musikvermittlung nach innen‘, sprich: Wie bringe ich die Musikvermittlung an Mitarbeiter*innen, ob in Verwaltung oder Orchester?

An der Hamburgischen Staatsoper durfte ich beim Kick-off eines zweijährigen Förderzeitraums durch Mittel von ‚Kunst und Spiele‘ dabei sein: von der Verwaltungsdirektorin über den Ticketing-Mitarbeiter bis zu Opernchorsängerinnen und Orchestermusikern waren alle Mitarbeiter*innen der Staatsoper eingeladen, gemeinsam über die Art und Weise der Kommunikation durch Musikvermittlungsprojekte nachzudenken und Konzepte zu entwerfen.

Bei einem Gastseminar im Masterstudiengang ‚Musikvermittlung/-management‘ an der HfM Detmold führte ich in das Thema mit einigen Praxisbeispielen ein und stieß auf großes Interesse und zahlreiche Fragen

Gleich eine ganze Reihe von Workshops gab es beim Württembergischen Kammerorchester Heilbronn. Über ein Jahr begleitete ich Prof. Constanze Wimmer als Co-Coach, im Juli mündet diese erste Phase in einem Jugendprojekt, das von den Musiker*innen selbst erdacht wurde und durchgeführt wird.

Wie nach außen, so nach innen.

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Alles ‚hörbar‘

Ein neues Format auf den Markt zu bringen, ist immer spannend: Wird alles genau so sein, wie man sich es selbst ausgemalt hat? Wird überhaupt Publikum da sein? Und wird das Publikum das neue Angebot annehmen? Die Antworten auf all meine Fragen bekam ich bei der Premiere meiner ‚hörbar‘, der etwas anderen Konzerteinführung, am 26.11.2016 im Konzerthaus Dortmund. Diese waren durchweg positiv. Und bei der zweiten ‚hörbar‘ am 18.12.2016 war das neue Format dann auch schon ausverkauft. Mein Rezept: viel Musikbeispiele (live gespielt und eingespielt), viel Interaktion, nähe zum Publikum in Wort, Gedanke und Raum, und eineangenehme Lounge-Atmosphäre mit Begrüßungsdrink. Wer neugierig ist, wie sich das dann anhört: zwei weitere Termine in dieser Spielzeit am 29.03.17 und am 19.05.17.

Interdisziplinär

14444807_1071213736327077_5421365970711479909_oDas Potenzial, das im Dialog zwischen den Disziplänen noch zu bergen ist, dürfte von unschätzbarem Wert sein. Mit den Dialog-Salons des KlangNetz Dresden versuche ich, zumindest einen Teil davon sicht- und hörbar zu machen. Musik tritt in Austausch mit Politik, Interkultur, Literatur und Gebärdensprache, mit Akteuren aus Theorie und Praxis, in Gesprächs- und Konzertsituationen.

Dialogisches Prinzip

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Foto: Festspiele Mecklenburg-Vorpommern

Seien es die ‚Dialog-Salons‘ des KlangNetz Dresden, Konzerteinführungen für Festivals (Festspiele Herrenchiemsee, YoungEuroClassic, Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Konzerthaus Dortmund) oder Coachings für Studierende, Musiker*innen und andere Interessierte (Orchesterzentrum NRW, Ensemble Modern, Württembergisches Kammermorchester), die mich derzeit beruflich umtreiben – immer ist es  der Dialog, der zu Wissensaustausch, neuen Erkenntnissen oder auch Fragestellungen führt. Frontales Unterweisen aufzuweichen, indem man das Gegenüber mit- und wahrnimmt, zwei Seiten einer Medaille zu sehen und das Individuelle herauszustellen ist die wahre Kunst beim Vermitteln und Moderieren.

‚Der Mensch ist kein lehrendes, er ist ein lebendes, handelndes und wirkendes Wesen. Nur in Wirkung und Gegenwirkung erfreuen wir uns!‘ Denis Diderot

 

O mare nostrum

img_9021Ein ganz besonders Projekt, das Synergien nur so fließen ließ: Beim Kölner Festival für Neue Musik ACHT BRÜCKEN durfte ich gemeinsam mit der Komponistin Camille van Lunen ein Projekt einbringen, das das Miteinander von Alteingesessenen und Neuangekommenen musikalisch umsetzte. Eine Rekomposition von ‚O sacrum convivium‘, die gemeinsam mit einer Gruppe Geflüchteter umgetextet, mit dem Kölner Willkommenschor und der Kartäuserkantorei Köln uraufgeführt und vom WDR mitgeschnitten und ausgestrahlt wurde. Weitere Infos hier: http://www.achtbruecken.de/de/programm/o-sacrum-convivium-o-mare-nostrum/116972

Dicke Freunde

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Wenn zwei sich streiten – kann auch der dritte nicht spielen. Also haben junior-Musikstreitschlichter*innen den Musiker*innen der Duisburger Philharmoniker geholfen, ihre Stimmung(en) wieder für ein schönes Zusammenspiel zu heben, natürlich mit rein musikalischen Mitteln. Drei ausverkaufte Konzerte am 17. und 18.04. im Theater Duisburg haben vielleicht dazu verholfen, dass auch außerhalb des Konzertsaals mit Hilfe der Musik Streitigkeiten gelöst werden.