Gefühle 3.0

Die letzten zwei Wochen haben mir so einige tolle Begegnungen zwischen Kindern und Musik gebracht:

Am 25.10. fand die zweite Jekiz-Konzerteinführung am Konzerthaus Dortmund statt, danach standen zwei vorbereitete Besuche mit vier- bis fünfjährigen Kindergartenkindern in der Jungen Oper Dortmund an.
Mit 27 Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren die Welt der Violinsonaten zu erkunden, schien auf den ersten Blick ziemlich unmöglich. Doch die Einführung zum Sonatenabend mit Vilde Frang wurde eine Expedition ins Reich der Klänge und Klangfarben. Allein die Violine hat da schon unendlich viel zu bieten: wie ein Ton auf den vier Violinsaiten jedes Mal anders klingt, geschweige denn auf einer anderen Geige, ließ schon erahnen, wie grenzenlos die Möglichkeiten an einem ganzen Abend mit Werken von Mozart, Mendelssohn, Brahms und Szymanowski sein würden. Und da waren die 230 Saiten des Konzertflügels noch gar nicht mitberücksichtigt. So konnte ich den Großteil der Jekiz-Kids bis zum letzten Ton des Konzerts die Farben und Klänge bestaunen sehen.

Ganz ähnlich erging es mir mit den 20 Maxikindern eines Kindergartens. Die meisten von ihnen konnten mit dem Begriff „Oper“ zunächst nichts verbinden, und so war es eine spannende Sache, die kleinen Opernbesucher vorzubereiten und zu begleiten. Und in der Vorstellung zu „Der kleine Barbier“ war ganz offensichtlich, dass diese Gruppe nicht nur die jüngste, sondern auch die aufmerksamste und ruhigste war. Nach anfänglichem Schreck ob der zum Greifen nahen stimmgewaltigen Sänger blieb den meisten schlicht der Mund offen stehen, die Sprache verschlagen und die Aufmerksamkeit über 60 Minuten wie gebannt. Nicht nur für eines dieser Kinder war es eine Stunde durch die Achterbahn der Gefühle: von ersten Schreckenstränen über lautes Lachen, alles innerhalb Sekundenbruchteilen. Das Trampeln der Sänger spürbar unter den eigenen Füßen, den Atem das ein oder andere Mal am eigenen Gesicht vorbeigehaucht – das sind Gefühle 3.0 in der Welt der Oper. Nicht nur bei Kindern.

Vernetzt in der Presse

Das netzwerk junge ohren veröffentlicht jeden Monat eine Veranstaltungsübersicht über musikvermittlerische und konzertpädagogische Aktivitäten der Szene. In diesem Monat sind auch die Jekiz-Einführungen mit dabei.

Hier geht’s zur Seite vom netzwerk junge ohren.

4 zu 230

Ein Abend voller Ungleichheit steht an: am 25.10.12 um 19 Uhr werden sich im Konzerthaus Dortmund eine Violine und ein Flügel klangvoll um die Musik streiten. Wer hat mehr zu sagen? Wer darf den Ton angeben? Und wieso steht die Geige, wie so oft, im Vordergrund, obwohl das Klavier ungleich mehr zu spielen hat?
Diese Fragen werden natürlich auch meine Jekiz und mich ab 18.15 Uhr beschäftigen. Auch den Ursprüngen des Klanges werden wir auf den Grund gehen – schließlich werden wir einen Sonatenabend, also einen Abend der „Klangstücke“, erleben. Natürlich mit Hilfe meiner Geige. Und ein oder zwei weiteren instrumentalen Überraschungsgästen. Bevor der Konzertsaal sich mit den Stimmen des Publikums füllt, werden die 6- bis 12-jährigen Musikentdecker selbst auf dem Podium stehen und die (Licht-)Stimmung dieses Saals genießen dürfen.
Und im Anschluss die wunderbare Klangwelt von 234 Saiten.

Echt trollig – gezeichnete Musik!

Nach zwei Tagen sind schon die ersten künstlerischen Antworten bzw. Resonanzen auf die erste JEKIZ-Konzerteinführung am Konzerthaus Dortmund eingetroffen.

Wer auf dem neuesten Stand in Betreff „JEKIZ“ bleiben möchte, dem empfehle ich den JEKIZ-Blog. Und alle JEKIZ-Veranstaltungen. Trollt Euch!

Mit 40 Kindern auf den Spuren Peer Gynts

Foto: Petra Coddington
Versunken in Peer Gynt
(Foto: Petra Coddington)

Gestern um 15.15 Uhr war es soweit:

Die erste Jekiz-Einführung am Konzerthaus Dortmund. Alle 40 Plätze waren belegt, und die wißbegierigen Jekiz-Kids haben nicht nur mit großen Ohren gelauscht, sondern auch fleißig mitgesungen und geklatscht. Und ich bin gespannt, welche Bilder, Texte, Meinungen zurückkommen…

Und freue mich auf den nächsten Jekiz-Termin, am 25.10.12 um 18.15 Uhr. Mit meiner ganz persönlichen Klangwelt, einem Violinsonatenabend. Einige Plätze sind noch frei…

Immer mit dabei – die Geige und voller Einsatz
(Foto: Petra Coddington)

Auf den Blog gekommen…

Jetzt gibt es auch, passend zu den Jekiz-Einführungen, einen Jekiz-Blog auf der Seite des Konzerthaus Dortmund http://www.konzerthaus-dortmund.de/jekiz-blog.html. Hier findet Ihr die neuesten Infos und nach den Konzerten auch Eindrücke und die Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen.

Und übermorgen gibt es die erste Jekiz-Einführung, rappelvoll mit 40 wißbegierigen Jekiz. Ich weiß schon, worum es gehen wird… Und das Programm:

Was steht hier wohl drin?
Jekiz-Programmheft zum ersten Jekiz-Konzert

Du lügst!

Peer Gynt hört diesen Satz wohl des öfteren von seiner Mutter. Peer ist also ein ganz normaler Junge – er liebt Geschichten und Märchen und hält sich lieber in ihnen auf als in der Realität. Auch Griegs Musik erzählt Geschichten. In diesem Fall die Geschichte von Peer Gynt.

Als Jekiz-Scout sollte ich mich mit meinen Jekiz natürlich tunlichst von Lügenmärchen fernhalten. Daher werden wir mit meiner Geige zu Peers Geschichte singen, tanzen und klatschen und uns auf ganz praktische Weise in die musikalische Welt des Norwegers begeben. Um die Realität drumherum nicht zu vergessen, werden wir uns das Konzerthaus Dortmund vom Keller über den Backstage-Bereich bis zum Mischpult im Parkett erobern. Dem Orchester und allen Mitwirkenden lauschen wir bei den letzten Takten der Anspielprobe und treffen zwei Musiker/innen zum kurzen Gespräch. Und mit einem Jekiz-Programm finden sich dann alle mit Hilfe von eigens angefertigten Illustrationen in den wirren Geschichten und Märchen von Peer Gynt im Konzert (und noch zu Hause) zurecht. Mit der ein oder anderen Melodie auf den Lippen und im Kopf. Und den wichtigsten Infos in der Hand.

Am 07.Oktober 2012 ab 15.15 Uhr im Konzerthaus Dortmund. Jekiz!

http://www.konzerthaus-dortmund.de/jekiz.htm

Als Scout im Konzerthaus

Mein neuester Job lautet: Jekiz-Scout. Hört sich gut an – modern, verantwortungsvoll. Irgendwie cool. Erinnert mich an Pfadfinder und Abenteuer. Aber was mache ich dort eigentlich? Ein Scout erspäht im klassischen Sinne Informationen, im Sport sondiert er die gegnerische Mannschaft und im Netz gibt es gleichnamige Spezialsuchmaschinen. Klingt sehr nach Geheimdienst, spannend. Ist es auch. Nur ganz anders.

Im Vorfeld zu fünf ausgesuchten Konzerten im Konzerthaus Dortmund wird sich eine hoffentlich große Gruppe von sechs- bis zwölfjährigen Eroberern um mich scharen, um die Geheimnisse eines jahrhundertealten Rituals zu entdecken: den Konzertbesuch. Bis zu 1550 Menschen sitzen in einem abgedunkelten, nur auf der Bühne ausgeleuchteten Saal. Ein, zwei oder an die hundert Musiker treten auf. Und verwandeln mit Hilfe von Instrument und Stimme die vor Konzentration schweigende Luft in farbige Klänge, die uns mitnehmen in andere Länder oder vergangene Zeiten.

Wie funktioniert das? Aufregendes Musizieren, ausgeklügelte Bühnen- und Spieltechnik, fremde Instrumente und das berückende Glück als Hörender. Diesen Rätseln werden wir gemeinsam auf die Spur gehen, hinter der Bühne, auf der Bühne, mit Musik(ern) und ihren unendlichen Geschichten. Unbezahlbar – Eintritt frei!

Infos: http://www.konzerthaus-dortmund.de/jekiz.htm

Vom blog in die neue musikzeitung

Bringt das was – Musikvermittlung per Web 2.0 ? Diese Frage stellt sich nun auch die (sowohl als Print- als auch als Onlineausgabe erhältliche) nmz in der aktuellen Ausgabe 04/12. Und zitiert diesen blog: „Dialog und Austausch – Die Musikvermittlerin Anne Kussmaul und ihr Blog“:

„Jeder Musikvermittler hat etwas zu erzählen. Als klassische „Dialog-Partner“ wie etwa Anne Kussmaul, Studentin des Studiengangs „Musikvermittlung“ an der Musikhochschule Detmold, Facebook-Skeptikerin, Geigerin, engagierte Musikvermittlerin in Dortmund, frischgebackene Bloggerin. Sie hat – mit einem kostenlosen und technisch ganz einfachen Tool – einen Blog eingerichtet. Dort schreibt sie:…“

Ja, das kann hier natürlich jeder selbst lesen.

Zu finden ist dieser kurze Artikel unter „Pädagogik“ – „Dialog und Austausch“. Leider nur in der Printausgabe…! Natürlich gibt’s hier den Link zu diesem Klassiker http://www.nmz.de/vorschau, der übrigens einen sehr empfehlenswerten blog http://blogs.nmz.de/badblog/ unterhält. Viel Vergnügen beim Stöbern!

re-rite nachgefragt

Wie hat’s Euch gefallen? Diese Frage nach den im Herbst 2011 stattgefundenen Education-Workshops „Lebensrhythmen – Orchesterrhythmen“ der „re-rite“-Multimediainstallation können jetzt alle Teilnehmer beantworten – und alle Interessierten nachlesen und dazu Fragen stellen. Es war ein spannendes Projekt mit rund 900 Kindern und Jugendlichen. Mehr dazu auf der Seite „Lebensrhythmen – Orchesterrhythmen“.

Der Link zur re-rite-Seite des Philharmonia Orchestra London: http://www.philharmonia.co.uk/re-rite/