Danke, Kollegen!

Gestern war der letzte Tag, pünktlich zur Spielzeitpause: meine Online-Umfrage „Musikvermittlung für Orchestermusiker“ ist abgelaufen. Mit Unterstützung der Deutschen Orchester Vereinigung und des netzwerk junge ohren haben 378 Musiker aus dem gesamten deutschsprachigen Raum daran teilgenommen und sich zu Sinn und Zweck der Musikvermittlung von und mit Orchestern und ihren Musikern geäußert und Gedanken gemacht.

Und (hoffentlich) pünktlich zum Beginn der Saison 2013/2014 werden Ergebnisse und Schlussfolgerungen in meiner Masterarbeit „Musikvermittlung für Orchestermusiker – ein berufsbegeleitendes Weiterbildungsmodell“ dokumentiert sein.

Ich wünsche allseits eine erholsame Sommerpause!

Umgefragt

„Orchestermusiker sind froh, wenn Sie in Ruhe Musik machen können.“ Ja, gar nicht so falsch, aber nicht nur. Mal abgesehen davon, dass das „in Ruhe“ tatsächlich fast unmöglich ist. Aber sie sind eben auch froh, wenn sie ein großes Publikum erreichen und begeistern können. Und dass in vielen Orchestermusikern ein berufener Musikvermittler ruht. Eben das aufzuzeigen ist das Ziel der Umfrage „Musikvermittlung für Orchestermusiker“ im Rahmen meiner Masterarbeit zum gleichnamigen Thema. Und ich hoffe, dass es viele Antworten auszuwerten gibt.

re-rite-family!

Am vergangenen Wochenende hatte ich die große Freude, zehn Familienworkshops in der Tiefgarage der Elbphilharmonie zu gestalten. Und mit Hilfe der engagierten großen und kleinen Teilnehmer haben wir auf laufende, rhythmisierende und klatschende Weise die recht kühle Temperatur im Workshopraum um mindestens ein oder zwei Grad angehoben.

Auch unsere Gast-Hörer, die StipendiatInnen der Körber Masterclass on Music Education, haben kräftig mitgemacht. Im Anschluss an die Workshops durfte ich zusammen mit ihnen während ihres Seminar-Wochenendes in einer illustren Runde, u.a. mit dem Intendanten der Elbphilharmonie Christoph Lieben-Seutter, die Möglichkeiten interaktiver Formen der Musikvermittlung diskutieren. Ein spannendes Wochenende, das live mit „Le sacre du printemps“ in der Laeiszhalle ausklang – und dem Wembley-Wermutstropfen am Bildschirm im Brahms-Foyer…

Auf die Kissen, fertig, los

Dortmunder PhilharmonikerIn der letzten Woche hat das Theater Dortmund die Spielzeit 2013/2014 vorgestellt. Und die beginnt auch für das (Kinder-)Sitzkissenkonzert im September 2013. In dieser Spielzeit werde ich mich konzeptionell, moderierend und wie immer mit Spaß dem „Bläserbausatzkasten“ widmen. Den genauen Premierentermin und die darauf folgenden vier weiteren kann man hier finden

FAZ-Schatz

Äußerst „taktvoll“ – in der Ausgabe vom 04. Mai 2013 der gleichnamigen Verlagsbeilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ließ sich folgender Schatz zu meinen Jekiz-Scout-Aktivitäten am Konzerthaus Dortmund heben:

“ (…) Auch die Konzerteinführungen der Geigerin Anne Kussmaul speziell für Kleinkinder zeigen, dass die Barrieren zur klassischen Musik eines Radio Symphonieorchesters Wien oder „schwierige“ Avantgarde eher in den Köpfen von Erwachsenen stecken als in jenen kleinen Hirnen, die noch nicht mit konditionierten Reflexen auf einen Tritonus reagieren, weil sie gar nicht wissen und auch nicht fühlen, dass er einmal mit dem Teufel in Verbindung gebracht wurde. (…) „Jedes Kind ins Konzert“, heißt es jetzt in Dortmund. Bei kostenlosen Konzertbesuchen mit kindgerechter Einführung für Kinder von sechs bis zwölf Jahren. Kindgerecht bezieht sich allerdings nur auf die Vermittlung, die Musik selbst wird nicht verniedlicht. Dass das geht und die Ohren sich öffnen, zeigt, wo die eigentlichen Barrieren liegen: nicht in der „schweren“ Klassik oder der „komplexen“ Avantgarde, sondern im Erwachsenenritual, mit dem diese Musik oft präsentiert wird.“

Und für diese Spielzeit startet die letzte Jekiz-Einführung am 24.05., ab 19.15 Uhr. Mit bekannten und unbekannten Schätzen aus einem knappen Jahrhundert Filmmusik-Geschichte(n).

Aus der Orchestermühle

Angestaubt war das Orchester bei der Eröffnung von „re-rite – Du bist das Orchester!“ im Rahmen der Salzburger Pfingstfestspiele nur aus einem Grund: das Ausstellungsgebäude ist eine ehemalige Getreidemühle. Die Atmosphäre dieses besonderen Baus, einer von wenigen Industrieorten in dieser schönen Stadt, und seine Architektur haben etwas ganz besonderes aus dieser Multimediainstallation gemacht. Hier kommen die Bestandteile des Orchesters, die einzelnen Gruppen und Instrumente, sowohl im Gesamt- als auch im Einzelklang voll zur Geltung. Und wie bei einem guten (Vollkorn-)Mehl gehört eben jeder einzelne Bestandteil dazu.

Die Eröffnung war sozusagen der Höhe- und Abschlusspunkt meiner zwei Wochenin Salzburg, mit insgesamt 30 Workshops in Salzburger Kindergärten und Schulen mit über 500 Kindern und Jugendlichen. Von Dreijährigen an waren alle dabei, die das österreichische Bildungssystem zu bieten hat, darunter auch Gruppen mit Jugendlichen mit zugeschriebener geistiger Behinderung – Inklusion inklusive, sozusagen.

Mehr darüber zu lesen in einem Artikel von DrehPunkt Kultur

Yeah – Jekiz geht in die zweite Runde

Jekiz am Konzerthaus DortmundAm Freitag präsentierte das Konzerthaus Dortmund die den Spielplan für die kommende Saison 2013/2014. Mit dabei sind wieder die Jekiz-Einführungen für fünf- bis zwölfjährige Zuhörer/innen. Und meine Wenigkeit. Ich freue mich auf ein spannendes Programm mit sechs Jekiz-Terminen, die hier zu sehen sind.

Und wer nicht bis zur nächsten Spielzeit warten möchte: am 24.05. um 19.15 Uhr findet die letzte Jekiz-Einführung in dieser Spielzeit statt. Mit dem Philharmonia Orchestra und einem abenteuerlichen Ausflug durch die Filmmusik. Na klar, „Star wars“ ist natürlich auch dabei…

Von männlichen Jungfrauen und singenden Zügen

Nun bin ich das zweite Mal innerhalb einer Woche unterwegs in Sachen „re-rite“ und hatte genügend Zeit, die Workshops für die Elbphilharmonie Hamburg Revue passieren zu lassen. Ich muss sagen, bei meiner Arbeit an der Elbe habe ich mein Herz an die Hamburger Jungs verloren – die kamen auf solch wunderbare Gedanken. Wie zum Beispiel, dass der „Tanz der Jungfrauen“ aus „Le sacre du printemps“ daher so roh klingt, weil es sich doch ganz offensichtlich um männliche Jungfrauen handeln muss. Was musikwissenschaflich noch nachzuprüfen wäre.

Und beim Umsteigen am Münchner Hauptbahnhof wurde ich von der Österreichischen Bundesbahn ganz musikalisch empfangen: mit den singenden Zügen, die mich ins Land von Wolfgang Amadeus Mozart zu den Salzburger Pfingstfestspielen bringen. So poetisch kann das Fahren mit der Bahn sein, einfach mal hier reinhören

Indisch-Kurs im Konzerthaus

Die beiden Perkussionisten Tanmoi und Pirashanna waren die besten nur erdenklichen Musiker für eine Jekiz-Einführung: kaum saßen sie gestern um 19.15 Uhr auf der Bühne im Konzerthaus Dortmund an Tabla und Mrindangam, zogen sie die 40 Jekiz-Kids und mich in ihre Welt der Rhythmen. Sie erklärten ohne Sprache ihre Instrumente und ihre Musik, unterhielten sich untereinander und auch mit den begeisterten Kindern auf musikalische Weise. Und zeigten, dass „beat-boxing“ seine Ursprünge in Indien schon vor Jahrhunderten gehabt haben muss.

Schlussendlich mussten wir dann die Bühne für das restliche Publikum räumen. Auf dem Weg zum Orchesterprobenraum und zu einigen weiteren Erklärungen zur indischen Weltmusik sagte ein Mädchen: „Das war ja ein echter Sprachkurs.“ Tja, Kindermund tut Weises kund: Musik ist eben die Sprache der Welt!